Freitag, 9. November 2012

Mal wieder Strohwitwe

Tja, ich frage mich gerade, was man von zwei reichlich ereignislosen Tagen eigentlich berichten kann?
Ich bin hier mal wieder alleine und hatte mich gestern gerade einigermaßen häuslich an meinem Schreibtisch eingerichtet, als ein Anruf aus dem Kindergarten kam, daß Kind mittel krank ist. Also Zelte abgebrochen, Kind abgeholt, das dankbarerweise sofort auf dem Sofa eingeschlafen ist und einen ziemlich ruhigen Vormittag gehabt. Der Nachmittag war ähnlich, es ist schon seltsam, wenn sie quasi kein Wort sagt, und Kind groß und ich haben uns mehr als einmal erstaunt angesehen. Nur Kind klein hat die Situation schamlos ausgenutzt und seine Schwester geärgert, wo er nur konnte...
Für heute habe ich sicherheitshalber alle Termine abgesagt, was zur Folge hatte, daß Kind mittel heute morgen quietschfidel aufwachte, mich umgehend zutextete, um sich dann daran zu erinnern, daß heute ja Vorschultag ist und sie den Kindergarten auf keinen Fall versäumen dürfte. Also Kinder weggebracht, eine Weile mit meinem neuesten Spielzeug gespielt, mit Freundin und Schwester schön gefrühstückt, später mit Kind groß Mittag gegessen, das sich hinterher über Nacht zu einer eigenen Freundin abgesetzt hat, und beide Kleinen nachmittags mit einer Kinder-CD bestochen, die sie ausnahmsweise im Wohnzimmer hören durften, was zu ausgesprochen guter Laune geführt hat. Dann habe ich ihnen ein leckeres Abendbrot serviert und sie früh ins Bett gebracht, und seitdem genieße ich hier himmlische Ruhe.
Also wirklich keine besonderen Ereignisse...und ich freue mich schon auf das Wochenende, an dem ein netter Besuch meinerseits ansteht und hoffentlich weiterhin diese Entspannung ;-).

Dienstag, 6. November 2012

Drei gegen Einen...

...ist unfair, wissen wir ja.
Heute nun also die Verhandlung gegen den Herrn mit dem monströsen Namen und zwei seiner Kumpels. Drei Angeklagte bedeuten auch drei Verteidiger, und die waren wie (fast) immer der Meinung, daß die Anklage völlig aus der Luft gegriffen ist. Ist ja klar, wir machen das immer so, daß wir irgendwelche Leute total unbegründet anklagen, weil wir sonst nichts zu tun haben.

Diese Verhandlung beginnt damit (na ja, eigentlich natürlich mit einem Cappuccino ;-)), daß die Richterin mitteilt, daß wir heute ja niemals fertig werden könnten und sie deshalb schon mal vier weitere Termine in Aussicht genommen hat. Na super, das hätte sie ja mal vorher sagen können, dann wäre die Sitzung vermutlich nicht an meine Abteilung gegangen, die kommt nämlich aus einer anderen. Großes Nachdenken bei den Rechtsanwälten, ob sie denn da auch Zeit haben. Ich werde nicht gefragt, auf meiner Seite hat man Zeit zu haben (kann allerdings auch zur Not eine Vertretung schicken, das dürfen die Anwälte nicht).
Wir verhandeln noch ein wenig hin und her, allerlei rechtliche Bedenken werden geäußert, die ich nicht kommentiere, dann ist Schluß für heute. Auf dem Flur spricht mich der Verteidiger des Haupttäters an, daß er ja über alles, was mit einer Bewährungsstrafe zu tun hätte, mit sich reden lassen würde. Die Frage ist wohl eher, ob ich darüber mit mir reden lasse...

Habe ich mich neulich beklagt, daß ich zu wenige Gerichtstermine habe? Mit dieser Monstersitzung und meinen eigenen, die schon terminiert sind, bin ich jetzt praktisch bis Weihnachten ausgebucht, zumindest wenn erwartet wird, daß ich zwischendurch auch noch ein paar Akten bearbeite gg. Ich hoffe jetzt einfach mal, daß die Richter in meinen Sachen dieses Jahr nicht mehr so arbeitsfreudig sind...;-).

Montag, 5. November 2012

Und aus der Reihe

"Wie haben Sie sich heute schon blamiert?" hat Frau Spock folgendes beizutragen:

Morgen habe ich eine Verhandlung gegen einen Menschen, der mit Vornamen so heißt wie die Abkürzung eines riesigen Urzeit-Tieres. Ich erkläre meinem Gegenüber, daß dieser Name ja wohl einer der übelsten Auswüchse des Kevinismus´ sei, als mir einfällt, daß besagtes Gegenüber Kevin heißt...
Zur Strafe werde ich den morgen derartig verknacken lassen ;-)!

Samstag, 3. November 2012

Shopping mit Damen

Ich glaube nicht, daß es von mir stammt, aber meine beiden Mädels haben ganz entschieden ein Shopping-Gen und lieben kaum etwas mehr, als in die Stadt zu gehen. Heute war nun mal wieder eine Gelegenheit, weil ich Kind groß von einem Nähkurs mitten in der Innenstadt abholen mußte.
Ich mache mich also in Begleitung von Kind mittel auf den Weg und stelle als erstes fest, daß der Parkplatz, den ich mir auserkoren habe, zwecks Wochenmarkt noch gesperrt ist. Also schnell umgeschaltet und ins nächste Parkhaus gefahren, ganz schön voll hier. Ich halte Kind  mittel energisch an der Hand, selbiges redet nicht nur wie immer in Dauerschleife, sondern hopst vor Aufregung auch die ganze Zeit auf und ab und möchte am liebsten in jedes Geschäft reinstürzen.
Aber erst einmal gilt es, Kind groß abzuholen. Wir müssen im Nähgeschäft eine Weile warten, und Kind mittel schließt derweil -auch wie immer- Freundschaft mit der Ladeninhaberin. Nachdem diese mit ausreichend Details unserer Lebensgeschichte versorgt ist, erscheint Kind groß, und ich schleife sie zu meiner eigenen Stärkung alle zu Starbucks, was sie sich zum Glück gerne gefallen lassen. Apple-crumble-Latte mit Caramel-Brownie für mich, Vanilla Latte und New York Cheese Cake für Kind groß und Milchschaum mit einem Goldtaler für Kind mittel, und es herrscht erstaunlicher Friede am Tisch.
Hinterher versuchen wir uns am Kauf eines Pullovers für Kind groß und werden sogar fündig. Weiter geht es. Wir begegnen einer lebendigen Harlekin-Statue, die besonderes Interesse erregt, dann geht es mit einem lautstark den Namen des nächsten Geschäftes, in das wir wollen, skandierenden Kind mittel die Fußgängerzone entlang. Zwischendurch beantworte ich noch rund 387 weitere Fragen über umliegende Attraktionen.
Auch hier kommen wir schließlich an, finden das, was wir suchen, ich überzeuge Kind groß, daß wir nicht noch einen Kaffee in ihrer Lieblingsbuchhandlung trinken, und bemühe mich, beide Damen in Richtung Auto zu bewegen, was große Enttäuschung zur Folge hat, weil wir doch erst soooooooooooooo kurz hier waren.
Und sie planen schon wieder den nächsten Trip...

Freitag, 2. November 2012

Kleine Verrücktheiten...

...sind doch erlaubt, oder? Größere auch? Gut, denn jetzt ist es eh zu spät ;-).
Aber ob ich die mal veröffentliche...

Donnerstag, 1. November 2012

Die heutige Bilanz

Endlich mal wieder ein Tag, der es wert ist, daß ich eine Bilanz für ihn schreibe. Ich könnte vorweg nehmen, daß ich reichlich platt bin...
  • Vier Uhr morgens, und Kind klein ist der Ansicht, daß die Nacht jetzt zuende ist. Gegen halb sechs kann ich ihn davon überzeugen, daß dem nicht so ist, um sechs klingelt dann auch endlich der Wecker.
  • Morgenwahnsinn.
  • Ich gehe mit Kind mittel zum Einschulungsgespräch, schon das zweite, weil ich sie an zwei Schulen angemeldet habe. Wie schon beim ersten schlägt sie sich wacker, jetzt müssen wir nur noch einen Platz an der richtigen Schule bekommen.
  • Ich liefere Kind mittel im Kindergarten ab und sause zum Gericht. Erstaunlicherweise habe ich noch ein wenig Zeit, und es gibt Cappuccino und Brötchen.
  • Im Gerichtssaal plaudere ich mit dem Richter. Mit dabei übrigens für die Pause mangels anderer sauberer Behältnisse eine pinke Brotdose mit einem Katzenkopf drauf, der allen Mädchenmüttern bestens bekannt sein dürfte. Soviel zum Thema "toughe Juristin geht zu Gericht" ;-)
  • Schon nach wenigen Minuten komme ich zu der Überzeugung, daß der Angeklagte verrückt ist. Nicht, daß ich es nicht wäre, aber ich halte mich zumindest nicht für einen Steuerberater, habe angeblich nie einen Bescheid bekommen, mit dem mir die Zulassung entzogen wurde, aber trotzdem gegen alle geklagt. Der gute Mann hat selbst keinen Überblick mehr über seine ganzen Verfahren, redet aber wie ein Buch darüber und versucht, uns davon zu überzeugen, daß wir ihn nur aus reiner Willkür vor dieses Gericht gestellt haben. Auch andere Gerichte hätten gegen ihn Entscheidungen getroffen, ohne daß es überhaupt ein Verfahren gab. Der Richter bemüht sich, ihn davon zu überzeugen, daß auch Richter nicht freiwillig arbeiten, der Erfolg ist mittelmäßig. Leider müssen wir das Verfahren dennoch aussetzen, weil wir Unterlagen benötigen, um durch sein Chaos durchzusteigen. Nächstes Jahr werde ich den Herrn also wiedersehen. Ich kann es kaum erwarten.
  • Günstigerweise ist Mittagspause und da ich mich schon einmal beim Haupthaus befinde, nutze ich die Gelegenheit, mit einer Kollegin essen zu gehen.
  • Ich sause in mein Büro und erledige zumindest die Post, viel Zeit habe ich nicht, denn
  • ich muß schon wieder ins Haupthaus flitzen, wo ich mich zur Grippeimpfung angemeldet habe. Geht zum Glück schnell.
  • Zuhause habe ich ein paar Minuten, in denen ich die Beine hochlege und ein paar Haushaltsdinge erledige (ja, auch das kommt vor im Hause Spock...).
  • Eltern-Kind-Nachmittag im Kindergarten: mir fällt gerade noch ein, daß ich etwas mitbringen sollte. Schlau, wie ich bin, habe ich mich für Brot eingetragen, also vorher noch kurz zum Bäcker. Kind mittel ist von meinem Erscheinen begeistert, Kind klein sieht es absolut nicht ein, weshalb wir im Kindergarten bleiben sollten, wenn ich ihn doch eigentlich abhole. Aber schließlich findet er es dann doch ganz lustig. Man nötigt mich (!), eine Laterne zu basteln. Die ist besonders spektakulär, weil die Erzieherin auf den Gedanken, kommt das Papier mit Öl zu bestreichen, damit es besser glänzt, und dann zu bügeln. Super, wir sind alle total beschmiert, die Klebe hält nicht mehr, irgendwie gelingt es mir aber doch, das Ganze in Form zu zwingen. Dann wird gesungen und Suppe gegessen. Mit einiger Mühe fange ich meine Kinder ein, die abwechselnd vor mir flüchten, und zerre sie nachhause, wo ich sie zwecks Abendwahnsinn dem Mann übergebe.
  • Jetzt noch Unterricht für morgen vorbereiten, geschickterweise lasse ich Referate halten...
Mal schauen, wozu ich danach noch in der Lage bin ;-).

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Eine Kerze in der Nacht

Ich liebe Halloween, wobei mir das ganze Brimborium drumherum ziemlich egal ist, aber mir gefällt die Vorstellung, daß in dieser Nacht die Reiche der Lebenden und der Toten ganz nah beeinander sind. Mich schreckt die Welt der Toten nicht, hatte ich doch einmal in genau dieser Nacht vor einigen Jahren ein wunderschönes Erlebnis.
So war ich also auch heute im Dunkeln auf dem Friedhof und habe eine Kerze für Adrian angezündet, damit er den Weg zu mir auch in dieser Nacht leichter findet. Dort war bereits ein Kerzenmeer, ein sternklarer Himmel und ein unglaublicher Vollmond! Und jetzt leuchtet es nach oben zu ihm...wie schön!