Freitag, 6. Mai 2011

10 Arten, meine Mutter wahnsinnig zu machen

Nachdem ich der Großen gestern erklärte, was eigentlich ein Blog ist, plante sie einen eigenen mit obigem Titel. Ich bin allerdings ziemlich sicher, daß ihr noch mehr Arten einfallen und sie tatkräftige Unterstützung ihrer beiden Geschwister erhält. Ob das dann unbedingt für die Nachwelt erhalten werden muß? Andererseits könnte ich es dann meinen Enkelkindern zeigen, damit die es bei ihrer eigenen Mutter anwenden können. Das würde ich für ausgleichende Gerechtigkeit halten.

Wir haben uns wieder ganz gut hier eingewöhnt. Die Mittlere reitet auf allem, was sich ihr in den Weg stellt, gestern benutzte sie schon die Träger ihres Kindergartenrucksacks als Zügelersatz. Auch die Große möchte gerne wieder mehr reiten, aber in ihrer ansonsten vollen Woche dürfte das nicht mehr unterzubringen sein, so daß sie sich erstmal auf einen Kurs in den Sommerferien beschränken muß. Ich kann das aber gut verstehen, reiten könnte ich auch häufiger.

Im Büro läuft es so einigermaßen. Die richtig großen Fälle bekomme ich momentan nicht so recht vom Tisch, dafür fehlen dann doch einfach mal ein paar Stunden ungestörten Arbeitens. Aber ich hoffe, daß ich mir bald ein paar davon freischaufeln kann. Diese dicken Schinken auf meinem Schreibtisch stören mich ja auch.

Jetzt kann ich erstmal wieder ein paar Tage Strohwitwendasein "genießen". Ich hoffe, daß es diesmal weniger Verletzungen gibt.

Sonntag, 1. Mai 2011

Zurück aus dem Urlaub - oder warum krähen Hähne auch nachts???


Urlaub auf dem Bauernhof, eine ganze Woche lang! Vorweg erstmal: es war super und sehr erholsam, das Wetter schön, so daß wir eine ganze Woche Frühling hatten, wenn er auch manchmal noch recht windig war.

Verschlagen hatte es uns nach Ostfriesland auf einen Hof, der eigentlich weniger Bauern- als Reiterhof war. Leider galt das mit dem Reiten mehr für die Kinder als für die Eltern, aber ein wenig bin ich auch zum Zuge gekommen. So richtig ausleben kann ich mich dann wohl erst wieder im Sommer in Frankreich. Wir hatten jedenfalls auf dem Hof ein kleines Häuschen (was praktisch war, weil so jegliches Kindergeschrei niemandem weiter auffiel gg), das sehr schön eingerichtet und recht groß war. Auch für die Kinder war alles da, sogar Spielzeug, und wenn der Kleine schon sitzen könnte, wäre er in den Genuß eines Hochstuhl gekommen. So mußte er aber weiterhin mit seinem Autositz am Tisch vorlieb nehmen. Wir waren jedenfalls sehr zufrieden mit der Unterkunft.

Außerdem wimmelte es auf dem Hof von Kindern aller Größen, so daß wir die Mädels schon nach kurzer Zeit praktisch nur noch zu den Mahlzeiten zu Gesicht bekamen. Direkt vor unserem Haus war ein Spielplatz, und "man traf" sich entweder dort, um auf dem großen Trampolin cool abzuhängen oder aber bei den Kaninchen (sogar zwei echte Osterhasen war laut Aussage der Mittleren dabei) oder eben bei den Pferden, die vermutlich selten mit so vielen Äpfeln und Mohrrüben verwöhnt werden. Die Mädchen sind viel geritten, die Mittlere hat zum Ende hin sogar schon die ersten Runden ganz alleine gedreht (ich bin natürlich nebenher gelaufen) und hat sich schon ganz geschickt angestellt, die Große ist ja praktisch eh schon ein alter Hase. Die beiden waren die ganze Zeit beschäftigt und reichlich traurig, als wir wieder abfuhren.

Der Kleine tat sich ein wenig schwerer, insbesondere weil er ausgerechnet den Urlaub nutzte, um zwei neue Zähne zu produzieren. Damit hat er doch ein wenig mehr Schwierigkeiten als seine Schwestern, deren Zähne immer plötzlich einfach da waren. Jegliches Essen außer Milch verweigerte er daher weitgehend, so daß ich fast wieder voll gestillt habe. Aber nach einer Weile wurde es auch besser, und dann konnte er wieder mit der Mittleren Kindergarten spielen. Sie war die "Erziehrerin" und er das Kindergartenkind in der Rollgruppe (schießlich rollt er immer durch die Gegend gg). Chancen auf eine Beförderung in die Krabbelgruppe gibt es bisher noch nicht, aber wir arbeiten daran. Auf der Rückfahrt ging es ihm dann schon wieder ganz gut, das Essen an der Raststätte verweigerte er aber trotzdem, was wohl daran gelegen haben dürfte, daß er unsere Pommes sah und so wild wurde, daß er sich auf nichts anderes konzentrieren konnte. Er hat natürlich keine bekommen, aber ich frage mich, ob in Kindern irgendwo ein Pommes-Gen verankert ist.

Ostern hat der Osterhase uns tatsächlich gefunden (die Frage hatte der Mittleren einige Sorgen bereitet), wahrscheinlich war es einer aus dem Gehege. Eier wurden begeistert gesucht, und ich hatte diesmal streng darauf geachtet, daß der Osterhase beiden das gleiche bringt, nachdem es Weihnachten in dieser Beziehung einige Unstimmigkeiten gab, die schon bei den Adventskalendern losgingen (wie groß war doch gleich der Altersunterschied?). Der Kleine darf leider erst nächstes Jahr mitmachen...

Zwei Ausflüge haben wir auch gemacht. Den ersten nach Wilhelmshaven, weil Frank gerne im Schiffahrtsmuseum die "Mölders" besuchen wollte, auf der er während seiner Marinezeit gefahren ist. Nach anfänglichem Muffen der Großen wegen uncool fand sie es dann doch sehr interessant und hat ihn mit Fragen bombardiert. Hinterher haben wir bei strahlendem Sonnenschein in einem Restaurant auf der Strandpromenade gesessen und Mittag gegessen, es war wie im Hochsommer. Danach waren wir noch im Aquarium. Der zweite Ausflug ging nach Bremerhaven, wo wir eigentlich in das Deutsche Auswandererhaus wollten. Bis ins Restaurant sind wir auch gekommen (wo es ausgezeichneten Milchreis gibt), aber dann erfuhren wir, daß man dort nur Führungen mitmachen kann, und das war uns mit einer quirligen Dreijährigen zu anstrengend. Schade eigentlich, ich hätte das gerne gesehen. Statt dessen waren wir im Zoo am Meer, der leider sehr voll war, aber trotzdem einer der schönsten Zoos, die ich kenne, ist. Hinterher dann noch ein Schiffahrtsmuseum, diesmal mit weniger Gemuffe, und dann haben wir noch einen Abstecher ins Mediterraneo gemacht. Da hätte ich mich gut noch eine Weile aufhalten können, habe es aber mit Rücksicht auf meinen Geldbeutet dann lieber gelassen. Ach so, einen Ausflug haben wir noch an den Strand nach Bensersiel gemacht, wo die Große tatsächlich gebadet hat, brr. Ganz vorne war das Wasser aber schön warm, da hat die Mittlere eine ganze Weile geplanscht. In Dornumersiel wollten wir das ein paar Tage später wiederholen, aber da war es so windig, daß man es nicht lange aushalten konnte.

Auf dem Hof gab es eine ganze Reihe von Stammgästen, die nichts anderes taten, als den ganzen Tag über an einem Tisch bei den Pferden zu sitzen und Kaffee oder anderes zu trinken. Einige der dortigen Familienmitglieder waren wohl auch dabei, so ganz habe ich die Verhältnisse nicht durchblickt. Von einem anderen Gast wurden sie jedenfalls als die "Bier-Gang" betitelt, und ich habe mich schon gefragt, wie man seine Tage so rumbringen kann.

Außer den Pferden und Kaninchen gab es auch noch andere Tiere, und zwar Hühner, Schafe, Esel und zwei Gänse. Diese konnten einen Heidenlärm veranstalten. Ich war bisher der Meinung, daß Hähne erst krähen, wenn es hell wird. Nicht so diese, dort gab es die Konzerte schon nachts bei völliger Dunkelheit. Das weckte dann wiederum die Schafe, die laut zu blöken anfingen, was dann die Esel auf den Plan rief, die kräftig schrien. Nur die Gänse hielten sich an ihre Zeiten und waren nachts still. Man tat jedenfalls gut daran, nachts bei geschlossenem Fenster zu schlafen, was ich normalerweise nicht tue. Aber die Frage, weshalb die Hähne im Dunkeln so einen Radau gemacht haben, kann ich leider nicht beantworten.

Freitag, 22. April 2011


Ich wünsche allen ein wunderschönes Osterfest mit fleißigen Häschen!!

Donnerstag, 21. April 2011

Summer-feeling

Unglaublich, es ist Mitte April, und das Wetter ist wie im Sommer (ich hoffe nur, daß das nicht auch schon wieder der Sommer für dieses Jahr war gg). Im Garten hat eine Explosion der Blumen und Blätter stattgefunden, und ich kann ohne Socken herumlaufen. Das ist fast das beste, denn ich liebe es, barfuß zu sein. Auch die Mädels sind begeistert und gefallen sich in Sommerkleidchen, sie sind beide so richtige Sommerkinder. Nur der Kleine steht der Tatsache, daß er draußen auf dem Rasen auf einer Decke liegen soll, noch ein wenig mißtrauisch gegenüber. Aber nach einer Weile hatte er sich ein wenig dran gewöhnt und machte sich daran, den Rasen auszurupfen, nachdem er sich zuvor mehrmals in besagte Decke eingewickelt hatte. Aber es ist schon praktischer mit Kindern draußen, wenn sie sich dann erstmal auf halbwegs menschliche Art fortbewegen können gg.

Wir hoffen jedenfalls, daß das schöne Wetter anhält und wir ein paar schöne Ferientage haben werden. Morgen ist endlich mal wieder Grillen mit den Nachbarn angesagt, Winterpause also vorbei. Ich werde noch einmal kurz ins Büro fahren und die Post durchsehen, dann habe auch ich Urlaub, und Ostern kann kommen. Nach einer fast durchwachten Nacht gestern -ich glaube, der Kleine bekommt Zähne- hoffe ich im Moment vor allem auf ein wenig ruhigen Schlaf...

Dienstag, 19. April 2011

Pause vom Muttersein

Nach den chaotischen letzten Tage fand ich, ich hätte es mir verdient und habe heute eine Stunde meiner kostbaren und wahrhaftig knapp bemessenen Arbeitszeit "geopfert" und mein Mittagessen bei dem hier gerade traumhaften Wetter auf der Terrasse eines "In-Restaurants" eingenommen. Nur ich und eine Zeitschrift! Hinterher habe ich mir noch einen Cappuccino gegönnt und dabei "cool abgehangen", wie die Große sagen würde, die hippen Leute angestarrt und, obwohl alle Tische belegt waren, es abgelehnt, ein Pärchen mit an meinem Tisch aufzunehmen. Das mache ich sonst nicht, aber heute verspürte ich das dringende Bedürfnis, einfach mal alleine zu sein.

Es war herrlich, notwendig und tat außerordentlich gut, und hinterher habe ich mit großer Freude mein entzückendes Baby abgeholt. Was so eine Stunde doch ausmachen kann...

Zu der Zeitschrift möchte ich allerdings noch anmerken, daß es sich um eine für die Frau ab 40 gehandelt hat. Da ich dieses stolze Alter ja vor kurzem erreicht habe, dachte ich, daß ich so langsam mit der anfangen könnte. Aber ich mußte feststellen, daß sie nichts für solche Frauen ist, die sich trotz der 40 noch wie 25 fühlen. Einer der Artikel handelte vom "angemessenen Benehmen" reifer Frauen, in dem ich mich schon so gar nicht wiederfinden konnte. Allein die Redewendungen, die man alle nicht mehr verwenden dürfte... Na ja, meine Große würde dem sicherlich zustimmen, sie kommt langsam in das Alter, in dem Mütter peinlich sind, insbesondere wenn sie Trampolin springen, in bestimmten Läden einkaufen gehen und wahrscheinlich auch einige der Redewendungen benutzen, die dort genannt wurden. Aber das ist mir gerade mal so egal, da müssen sich sowohl die Große als auch die Zeitschrift mit abfinden. Und vielleicht kaufe ich mir dann lieber mal wieder eine Bravo ;-) (ich werde dann zu gegebener Zeit ein neues Posting über die Reaktion der Großen eröffnen gg).

Falls also jemand auch mal mit mir cool abhängen möchte und dabei super drauf ist, werden Angebote gerne entgegen genommen :-).

Montag, 18. April 2011

Mutter sein

Das ist doch dieser Job, den man nicht kündigen kann, egal wie chaotisch es zugeht. Ich habe jedenfalls niemanden gefunden, der meine Kündigung hätte entgegen nehmen wollen. Nicht einmal mein Urlaubsantrag hat einen Abnehmer gefunden, statt dessen gab es unbezahlte Überstunden unter erschwerten Bedingungen. Erschwerniszulage gab es übrigens auch nicht.

Die letzten Tage -Frank weilte auf einem seiner Aussage nach sagenhaft anstrengenden Kongreß in San Diego- waren ziemlich chaotisch. Zunächst fing es eigentlich recht harmlos damit an, daß ich einen Zettel des hiesigen Verkehrsunfalldienstes im Briefkasten vorfand, laut dem unser Auto eines von 26 möglichen sei, daß letztes Jahr am Tag vor Weihnachten einen Unfall verursacht hätte, wobei sich der Fahrer hinterher entfernt hätte. Na toll, Verdacht der Fahrerflucht ist in meinem Beruf eine sehr unerfreuliche Angelegenheit. Ich kramte also in meinem Gedächtnis, was ich an diesem Tag letztes Jahr gemacht habe, es fiel mir sogar noch ein und rief dann bei der Polizei an. Der Herr erwies sich als sehr nett, und wir konnten das alles auch recht schnell ausräumen. Er hatte dabei im übrigen recht kreative Ermittlungsmethoden.

Am nächsten Tag ging es dann schon mehr zur Sache. Es war Freitag, während der Arbeit lief alles ganz normal, aber nachmittags fing ich auf einmal an, fiebrig zu werden, meine Brust tat weh, und mein Kopf dröhnte wie verrückt. Brustentzündung, abends hatte ich 39 Grad Fieber und fühlte mich nicht gerade gut, um es mal vornehm auszudrücken. Die Mädels nahmen das zum Anlaß, sich wie die Kesselflicker zu streiten. Freitags ist hier eigentlich der gemütliche Abend, an dem wir im Wohnzimmer zu Abend essen und dabei fernsehen (bitte jetzt keine pädagogischen Belehrungen ;-)), und ich hatte mich sogar aufgerafft und etwas leckeres zubereitet. Das Tablett stand schon auf dem Tisch, als der Streit darum losging, wer auf welchem Platz sitzen und dabei das einzig noch verbliebene blaue Glas nehmen dürfte (ich versichere, daß ich bei meinem nächsten Besuch beim Schweden von diesen Gläsern noch mehrere besorgen werde). Daraufhin nahm ich das Tablett und trug es mit der Ankündigung, ich würde jetzt alleine in der Küche essen, wieder nach oben. Leider verminderte das nicht das Geschrei. Die Mittlere beschuldigte mich, sie verhungern lassen zu wollen, die Große erklärte muffend, wie ungerecht es doch sei, daß sie nie dort sitzen dürfte und immer die Mittlere bevorzugt würde. Ich hingegen versicherte beiden, daß mir das gerade total egal wäre und ich einfach nur in Ruhe essen wollte. Irgendwie einigten sich die beiden dann doch noch, und wir konnten essen. Mir war allerdings der Appetit weitgehend vergangen, kann aber auch am Fieber gelegen haben.

Hinterher wollte ich dann die Mittlere ins Bett bringen. Während des Zähneputzens legte ich ihren Schnuller auf unseren Badezimmerschrank. Wir gingen in ihr ZImmer, und ich ging in die Küche, um ihr etwas zu trinken zu holen, als ich sie sagen hörte, daß wir ihren Schnuller oben vergessen hätten. Ich rief noch hoch, daß ich ihn gleich holen würde, als ich es auch schon scheppern und klirren hörte. Sie hatte versucht auf den Schrank zu klettern und war mitsamt Schrank umgefallen, der Schrank auf sie rauf. Sie lag richtig darunter und hatte das Glück, daß ihr Kopf genau in einem Fach gelandet war, und sie hatte tatsächlich nur ein paar Kratzer, auch wenn sie wie am Spieß brüllte. Sogar die Glastür des Schrankes war heil geblieben, so daß sie auch keine Scherben abbekommen hat. Aber es war schrecklich, sie dort drunter liegen zu sehen, und im Kopf hatte ich schon allerlei Szenarien durchgespielt, wie ich die anderen beiden unterbringe, während ich mit ihr in die Notaufnahme fahre. Zum Glück war es dann ja doch nicht nötig.

Der nächste Tag begann mit einem schönen Ausflug mit lauter netten Mädels und vielen Kindern. Selbst die Mittlere benahm sich einigermaßen, was vielleicht auch daran lag, daß sie dank Zaun nicht vollständig weglaufen konnte. Aber das erzähle ich lieber alles noch einmal extra gg. Abends waren wir alle rechtschaffen müde. Ich brachte die zum Glück unversehrte Mittlere ins Bett, als die Große es schaffte, ein Trinkjoghurt über das gesamte Treppenhaus zu verteilen. Sie hatte vergessen, daß sie es schon geöffnet hatte und es dann geschüttelt (schien ein kräftiges Schütteln gewesen zu sein...). Ich forderte sie auf, die Treppe zu wischen und erklärte ihr noch, daß man immer von oben nach unten wischt, damit man hinterher nicht mehr durch das Nasse laufen muß. Diese Reihenfolge hielt sie auch ein, vergaß aber den Eimer oben und kegelte dann, als sie den holen wollte, samt Eimer die Treppe runter, wobei sich zum Abschluß noch der Inhalt desselben über sie ergoß. Ihr blieb richtig die Luft weg, eine ganze Weile konnte sie kaum atmen, und wir stellten später fest, daß sie am Rücken ein handtellergroßes Hämatom hatte. Nebenbei brüllte der Kleine, weil er Hunger hatte, und die Mittlere maulte, weil ich ihr nicht weiter vorlas. Das war der Moment, in dem ich das Kündigungsschreiben zumindest im Geiste fertigte.

Danach gab es nur noch kleinere Aussetzer. Der Kleine bemühte sich, das Treffen bei meinen Eltern durch Dauergenöle zu sprengen, die Mittlere vergoß ihren Becher über den Tisch und hatte ein paar kleinere Wutanfälle, alles ganz normal also. Und jetzt ist Frank wieder zurück, ich war endlich wieder joggen und bin angenehm erschöpft und habe außerdem ein nach Schokolade duftendes T-Shirt bekommen. Es gibt also Hoffnung, daß sich das Leben wieder normalisiert, und vielleicht nehme ich meine Kündigung dann auch wieder zurück ;-).

Dienstag, 12. April 2011

Mit Kindern im Museum und wie man sich als Vater beim Schweden unbeliebt macht

Da jemand bemängelte, daß ich diesen Blog nur sehr unregelmäßig führen würde (was leider nicht ganz unberechtigt ist), Also versuche ich mal wieder ein wenig aus unserem turbulenten Leben zu erzählen gg.

Neulich waren wir mit allen Kindern um Museum, immerhin haben wir hier ein herzogliches Schloß in der Gegend, und man muß den Mitmenschen ja auch zeigen, daß man selbst mit drei Kindern noch der Kultur aufgeschlossen ist. Nein, im Ernst, es ist sehr schön dort, und wir waren da schon ganz oft. Aber dieses Mal erstaunte es mich ganz besonders, wie unterschiedlich meine Kinder sind und wie gut man das dort beobachten konnte.

Der Kleine ist noch außer Konkurrenz und verschlief das Event weitgehend. Die Große schwelgte: in alten Möbeln, altem Geschirr, Bildern, den Stuckdecken, der alten Kapelle, in Gedanken richtete sie sich vermutlich schon ihr Zuhause ein und zog in Erwägung, dort ihren Geburtstag zu feiern, das kann man da nämlich in alten Kostümen tun, und man lernt dabei sogar, ein Menuett zu tanzen.

Die Mittlere war ein wenig enttäuscht vom "Geseum", auf das sie sich eigentlich sehr gefreut hatte. Ihre erste Frage war, wo denn die Fische wären (ups, da lag offenbar eine kleine Verwechslung vor), dann wetzte sie durch die Gänge und versuchte, mit allem zu spielen, was so rumlag, was sie natürlich nicht durfte. Zwischendurch hielt sie mir einen längeren Vortrag darüber, daß alte Möbel, auf denen man nicht einmal sitzen dürfte, ja total unpraktisch seien und sie sich dort dort lieber neue kaufen sollten. Danach suchte sie sich eine Mitarbeiterin des Museums, um dieser allerlei zu erzählen und ihr insbesondere unsere gesamte Wohnsituation hier zu erläutern (ich weiß ja, Privatsphäre und kleine Kinder widersprechen sich). Ich will ja nicht sagen, daß sie keinen Schönheitssinn hat, aber sie ist eben praktisch veranlagt gg. Als wir einige Tage später einen Möbelwagen sahen, und ich ihr erklärte, daß jemand wohl neue Möbel bekäme, fragte sie gleich, ob der auch nur so alte hätte wie die Leute im "Geseum", auf denen er nicht sitzen dürfte...Es war insgesamt sehr lustig. Nächstes Mal fahren wir dann aber vielleicht doch wieder ins Aquarium oder lieber gleich auf einen Spielplatz, auf dem sie sich austoben und überall raufklettern kann.

Das nächste Ereignis war dann der Besuch eines schwedischen Möbelhauses, ebenfalls mit allen Kinder, aber immerhin auch mit Frank, ich alleine splitte meine Kinder dann meistens auf gg. Hiervon waren nun alle begeistert, sogar der Kleine fühlt sich dort schon ganz heimisch, bis auf besagten Frank, der (was wohl typisch männlich ist, wie ich einräumen muß gg) Einkaufen nicht als gesellschaftliches Ereignis sieht, sondern als Notwendigkeit, die man so schnell wie möglich hinter sich bringen sollte. Das löste aber spätestens beim Anblick des Cafés eine mittlere Revolution aus, weil er sich strikt weigerte, dort Kaffee zu trinken. Selbst die Mittlere war empört, und ich ein wenig ratlos, weil er es schon so rigoros abgelehnt hatte, daß ich ihm auch nicht ins Handwerk, äh die Erziehung, pfuschen wollte. Also kein Kaffee (ich hätte übrigens auch gerne einen genommen), renitente Kinder ins Auto verfrachtet und nachhause. Beide Mädels sprachen mich später unabhängig voneinander vertraulich an, daß wir doch nächstes Mal lieber ohne männliche Begleitung dorthin wollten (ich nehme aber an, daß sie den Kleinen noch nicht zählen und er gerne mit darf gg). Eindeutig ein Punkt für mich :-).