Sonntag, 16. Januar 2011

Sonntag nachmittag

Erwähnte ich schon mal, daß ich Sonntag Nachmittage liebe? Meistens haben wir den Tag über schon etwas unternommen, gegessen, und dann ist Zeit bis zum Abend, um es sich gemütlich zu machen.

So auch heute: wir waren erst auf der Phänomenta, was bei den Kindern Begeisterung hervorrief. Es ist aber auch zu schön dort, alles kann man ausprobieren, und selbst die Mittlere kann inzwischen dort schon allerlei der Experimente machen. Als wir fast da waren, kommentierte sie allerdings unsere Ansage, daß wir noch einen Parkplatz suchen müßten, mit den Worten "Oh gut, aber vorher muß ich mich noch am Po kratzen." Und ja, man kann vor Lachen auch fast aus dem Auto fallen.

Dann gab es Risi Bisi, und jetzt sind die Mädels zusammen mit Frank dabei, ein kompliziertes Gebilde aus Lego zu bauen, es soll wohl ein Kaufmannsladen sein. Aber natürlich nicht irgendeiner, sondern einer mit allen Schikanen. Der Kleine liegt neben mir in meiner Wiege und sieht ein wenig neidisch aus. Ich denke, er würde gerne mitmachen, aber da muß der Ärmste sich wohl noch ein wenig gedulden.

Überhaupt kehrt so langsam Alltag mit der Kinderschar ein. Leicht vorpubertäres Gezicke der Großen, Getrotze der Mittleren und ab und zu Gebrüll vom Kleinen, aber es ist alles irgendwie normal und ganz gut zu managen. Die Diskrepanzen zwischen den einzelnen Kindern sind eigentlich das erstaunlichste. Erst ein wenig Getüdel mit dem Kleinen, dann etliche Warum-Fragen der Mittleren, und schließlich unterhält man sich mit der Großen über das Rasieren der Beine (was sie noch nicht tut gg) oder ähnliche wichtige Themen.

Ganz zwischendurch bin ich dann auch mal erwachsen und arbeite oder unterrichte. Manchmal überlege ich, ob das alles ein Leben ist oder viele verschiedene. Aber es ist wohl nur eines mit ganz vielen Facetten, und ich liebe sie alle.

Samstag, 1. Januar 2011

Ein neues Jahr

Das neue Jahr fängt hier mit strahlendem Sonnenschein an. Es sind Plusgrade, und nach bereits mehreren Wochen Schnee und zweistelligen Minus-Temperaturen in den letzten Tagen erscheint es mir geradezu frühlingshaft. Von mir aus könnte der Schnee jetzt auch ganz verschwinden und den ersten Blumen Platz machen, aber da muß ich wohl doch noch ein wenig drauf warten.

Silvester haben wir hier ganz ruhig gefeiert. Die Große hatte eine Freundin da, und wir haben ein paar Spiele gespielt. Die Mittlere war ein wenig fiebrig, hat aber trotzdem bis 23 Uhr durchgehalten, bevor sie innerhalb von Sekunden endlich einschlief. Der Kleine war fast die ganze Zeit wach und hat zufrieden auf dem Sofa gelegen und uns bei allem zugeschaut. Um Mitternacht hat er sich auf meinem Arm das Feuerwerk angesehen (von drinnen natürlich gg), dann habe ich ihn gestillt, und danach ist er sofort eingeschlafen und hat sich bis heute morgen nicht mehr gerührt. Aber die Angst, etwas zu verpassen, war wohl zu groß.

Ich denke, es war ein gutes Jahr, das jetzt hinter uns liegt. Die Große ist in der neuen Schule angekommen und scheint sich dort sehr wohl zu fühlen. Sie schreibt weitgehend gute Zensuren und ist unglaublich selbständig geworden. Die Mittlere fegt durch unser Leben, erstaunt uns immer wieder mit ihren sprachlichen und anderen Fähigkeiten und ist dabei so liebevoll und charmant, daß es immer wieder erstaunlich ist. Sie ist mutig und kreativ, manchmal auch ein wenig zu wagemutig. Und dann der Kleine, der seinen Weg zu uns gefunden hat. Er ist da, als wäre er es schon immer gewesen, bisher lieb und geduldig und ganz neugierig auf das, was das Leben bei uns zu bieten hat.

Für mich selbst war es das Jahr, in dem ich mein viertes Kind bekommen habe. Nie hätte ich gedacht, daß es mal so viele werden gg. Die meiste Zeit war ich ja schwanger, aber das ist jetzt schon wieder fast vergessen. Es war auch das Jahr, in dem ich Beamtin auf Lebenszeit wurde, mein Gott wie spießig das klingt, aber für mich ist es ein Traumjob. Ich hatte mehrere spannende Fälle und Prozesse und hoffe, daß es so interessant weitergeht.

Es war allerdings auch das Jahr, in dem ich anfing, Äpfel in der Dusche unseres Gäste-WCs einzulagern, weil es der kühlste Ort im Haus ist. Besucher wissen also, worauf sie sich einstellen müssen gg.

Silvester habe ich noch alles erledigt, was an diesem Tag zu erledigen ist. Insbesondere war ich auch auf dem Friedhof, aber es war so zugeschneit, daß ich Adrians Grab regelrecht hätte freischaufeln müssen. So habe ich dann die Blumen einfach in den Schnee gesteckt, sah auch ganz hübsch aus. Ich kann es gar nicht glauben, daß es schon fünf Jahre her ist, daß er in mein Leben getreten ist.

Allen ein gutes Jahr 2011!

Samstag, 4. Dezember 2010

Sonntag, 14. November 2010

Babyglück

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr einen so ein kleines Wesen in Verzückung versetzen kann. Der Kleine ist einfach nur unglaublich niedlich, lächelt, versucht schon zu erzählen und freut sich strampelnd, wenn man zu ihm kommt. Ich könnte ihn stundenlang anschauen.

Und das erste Mal seit Adrians Tod fühle ich mich wieder komplett. Es ist schwer zu beschreiben. Natürlich ist die Lücke noch da, und er fehlt mir. Aber es scheint sich doch dieser Kreis geschlossen zu haben, wie jemand das nannte, und unsere Familie so zu sein, wie sein sollte. Ob es an diesem Geburtsdatum liegt? Vielleicht ist es auch der Zeitablauf nach jetzt doch schon über vier Jahren. Aber es ist jedenfalls ein schönes Gefühl. Adrian wird immer unvergessen sein, ein Teil unserer Familie bleiben, aber jetzt kann ich wohl langsam akzeptieren, daß unsere Familie so ist, wie sie eben ist, mit einem Platz, der leer bleiben muß.

Donnerstag, 4. November 2010

Wieder im Dienst

Nachdem ich vor knapp einem Monat ganz plötzlich und ein wenig überraschend zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt wurde, bin ich seit Anfang der Woche auch wieder in Amt und Würden. Der Mutterschutz ist vorbei, und ich versuche mich an einer Mischung aus Zuhause und im Büro arbeiten. Bisher ist noch nicht so viel zu tun, aber ich bin sicher, daß in den nächsten Wochen ziemlich viele Akten eintrudeln werden, die meine Vertreter auf Frist gelegt haben. Ich habe jedenfalls einen Vormittag und einen Nachmittag fest, an denen ich alleine ins Büro kann, und ansonsten schaue ich, wie Frank da ist und fahre eben dann nachmittags. Gestern hatte ich den Kleinen auch für eine ganze Weile mit, und er hat das sehr brav mitgemacht, viel geschlafen und sich ansonsten interessiert umgesehen. Ich fürchte, meine armen Kinder werden alle ein wenig juristisch geschädigt gg.

Aber es ist schön, wieder zu arbeiten, das hat mir gefehlt. Zwar werde ich in nächster Zeit noch keine Gerichtstermine wahrnehmen, aber ich habe ja wenigstens meine Akten ;-)) und außerdem nette Kollegen und nicht immer nette Anrufer, die aber doch zumindest meistens recht unterhaltsam sind. Ich bin gespannt, ob es alles so gut klappt, wie ich es mir vorstelle. Mein Abteilungsleiter, der das alles immerhin für mich durchgeboxt hat, wird ab Dezember Chef einer anderen Behörde und ist dann eben weg, und wir wissen noch nicht, wer sein Nachfolger wird. Die nächste Schwangere hat sich auch schon angekündigt, es bleibt also zumindest personell gesehen spannend.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween

Mein liebster Adrian,

heute ist Halloween, die Nacht in der sich unsere Welten ganz nah sind. Ich glaube daran, daß Du die Kerze sehen kannst, die ich für Dich angezündet habe. Ich hoffe, daß ihr Licht zu Dir scheint und Dir ein wenig Helligkeit bringt, dort wo Du bist. Wenn es heute sternklar wäre, würdest Du bestimmt auch einen Stern für uns blinken lassen.

Deine Mami

Samstag, 30. Oktober 2010

Nur ein kleines Lächeln


Es ist noch ein ganz zartes Lächeln, das der Kleine seit ein paar Tagen hinbekommt, oft noch etwas schief, und man merkt, wie er richtig arbeiten muß, um es zu entwickeln. Aber es verzückt mich zutiefst und rührt mich an. Ich beuge mich über ihn, und seine Augen beginnen zu leuchten, und dann kommt dieses Lächeln. Es ist einfach zu süß. Die Babys wissen schon, wie sie einen um den Finger wickeln können.

Auch sonst ist der Kleine einfach entzückend und unwahrscheinlich geduldig, wenn ich bedenke, wo er überall mit hingeschleppt wird. Er entwickelt sich prächtig, wiegt schon über 5,5 kg, schläft nachts bereits an die 6 Stunden am Stück und trinkt wie ein Weltmeister. Es ist wirklich schön mit ihm, und ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, daß er mal nicht bei uns war.

Insgesamt spielt es sich hier so langsam ein. In den Herbstferien waren wir erst eine Woche in Dänemark ins unserem bald schon Stammhaus. Dort war es ohnehin entspannend. Die Woche danach war allerdings ziemlich anstrengend. Frank war in Bratislava und ich mit allen alleine, dazu der Kindergarten geschlossen, so daß die Mittlere sich ziemlich schnell herzlich langweilte und das mit dem Anstellen von allerlei Unsinn kompensierte. Außerdem hing sie ständig an mir dran, so daß ich nirgendwo alleine hin konnte und kaum eine Minute am Tag für mich hatte. Das nervte teilweise schon ein wenig und als Frank zurück war, habe ich ihm die Meute erst einmal in die Hand gedrückt und mich für eine Weile ins Büro verzogen, das war wie immer sehr entspannend.

Aber seit die Ferien vorbei sind, wird es wesentlich besser. Die Mittlere langweilt sich nicht mehr, weil Kindergarten ist, und ich sehe auch mal wieder anderes von der Welt. Überhaupt ist die Mittlere seit ein paar Tagen irgendwie vernünftiger und macht nicht mehr ganz so viel Quatsch. Neulich erwähnte sie sogar, daß sie nun nicht mehr weglaufen würde, weil das ja nur kleine Kinder machen und sie jetzt zu groß dafür wäre. Hoffentlich erinnert sie sich weiterhin daran gg. Seit ein paar Tagen hat sie inzwischen auch nachts keine Windel mehr, was dadurch kam, daß ich es an einem Abend schlichtweg vergessen habe, ihr eine anzuziehen, Stilldemenz läßt grüßen ;-)). Es klappt aber super, und sie ist ganz stolz. Nächste Woche will sie mit Ballett anfangen, und wir haben ihr gestern dafür ein Trikot gekauft, das sie seitdem kaum noch auszieht. Sie sieht aber auch ganz entzückend darin aus. Ich bin gespannt, wie es ihr gefällt.