Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween

Mein liebster Adrian,

heute ist Halloween, die Nacht in der sich unsere Welten ganz nah sind. Ich glaube daran, daß Du die Kerze sehen kannst, die ich für Dich angezündet habe. Ich hoffe, daß ihr Licht zu Dir scheint und Dir ein wenig Helligkeit bringt, dort wo Du bist. Wenn es heute sternklar wäre, würdest Du bestimmt auch einen Stern für uns blinken lassen.

Deine Mami

Samstag, 30. Oktober 2010

Nur ein kleines Lächeln


Es ist noch ein ganz zartes Lächeln, das der Kleine seit ein paar Tagen hinbekommt, oft noch etwas schief, und man merkt, wie er richtig arbeiten muß, um es zu entwickeln. Aber es verzückt mich zutiefst und rührt mich an. Ich beuge mich über ihn, und seine Augen beginnen zu leuchten, und dann kommt dieses Lächeln. Es ist einfach zu süß. Die Babys wissen schon, wie sie einen um den Finger wickeln können.

Auch sonst ist der Kleine einfach entzückend und unwahrscheinlich geduldig, wenn ich bedenke, wo er überall mit hingeschleppt wird. Er entwickelt sich prächtig, wiegt schon über 5,5 kg, schläft nachts bereits an die 6 Stunden am Stück und trinkt wie ein Weltmeister. Es ist wirklich schön mit ihm, und ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, daß er mal nicht bei uns war.

Insgesamt spielt es sich hier so langsam ein. In den Herbstferien waren wir erst eine Woche in Dänemark ins unserem bald schon Stammhaus. Dort war es ohnehin entspannend. Die Woche danach war allerdings ziemlich anstrengend. Frank war in Bratislava und ich mit allen alleine, dazu der Kindergarten geschlossen, so daß die Mittlere sich ziemlich schnell herzlich langweilte und das mit dem Anstellen von allerlei Unsinn kompensierte. Außerdem hing sie ständig an mir dran, so daß ich nirgendwo alleine hin konnte und kaum eine Minute am Tag für mich hatte. Das nervte teilweise schon ein wenig und als Frank zurück war, habe ich ihm die Meute erst einmal in die Hand gedrückt und mich für eine Weile ins Büro verzogen, das war wie immer sehr entspannend.

Aber seit die Ferien vorbei sind, wird es wesentlich besser. Die Mittlere langweilt sich nicht mehr, weil Kindergarten ist, und ich sehe auch mal wieder anderes von der Welt. Überhaupt ist die Mittlere seit ein paar Tagen irgendwie vernünftiger und macht nicht mehr ganz so viel Quatsch. Neulich erwähnte sie sogar, daß sie nun nicht mehr weglaufen würde, weil das ja nur kleine Kinder machen und sie jetzt zu groß dafür wäre. Hoffentlich erinnert sie sich weiterhin daran gg. Seit ein paar Tagen hat sie inzwischen auch nachts keine Windel mehr, was dadurch kam, daß ich es an einem Abend schlichtweg vergessen habe, ihr eine anzuziehen, Stilldemenz läßt grüßen ;-)). Es klappt aber super, und sie ist ganz stolz. Nächste Woche will sie mit Ballett anfangen, und wir haben ihr gestern dafür ein Trikot gekauft, das sie seitdem kaum noch auszieht. Sie sieht aber auch ganz entzückend darin aus. Ich bin gespannt, wie es ihr gefällt.

Dienstag, 28. September 2010

Ein Baby im Haus

Es ist seltsam ungewohnt und vertraut zugleich, wieder ein Baby hier zu haben. Stillen, pflegen, wickeln, das klappt alles, als hätte ich nie Pause damit gehabt. Nichts mehr am Stück beenden zu können, die Augen überall zu haben und außerdem eine Dreijährige daran zu hindern, das Baby vor lauter Liebe zu erdrücken, ist sehr ungewohnt und oft auch anstrengend, weil es vorher doch ganz anders war. Zudem macht die Kleine, na die Mittlere muß ich jetzt wohl sagen, momentan ausgesprochen viel Blödsinn, was sicherlich auch eine Eifersuchts-Reaktion ist, aber das macht es nicht weniger anstrengend, und es tut mir so leid, wenn ich so viel schimpfen muß. Aber sie reagiert auf gute Worte absolut nicht, auf das Schimpfen auch nur sehr in Maßen, wenn ich ehrlich bin. Da gibt es hier noch einiges zu tun, um den richtigen Weg zu finden.

Aber erstmal wollte ich noch ein wenig von dem Kleinen erzählen. Er ist natürlich extrem niedlich gg und auch meistens einigermaßen pflegeleicht, lediglich abends findet er das Leben fast nur auf meinem Arm erträglich. Aber das wird sich noch einspielen. Es ist seltsam, einen Jungen wirklich zu haben, und ich ertappe mich noch häufig dabei, daß ich von ihm als sie rede. Ich schätze aber, bis er das versteht, wird mir das nicht mehr passieren, so daß er keine bleibenden Schäden davontragen wird. Immerhin ziehe ich ihn auch nicht in rosa an gg. Er sieht den anderen dreien aber auch so derartig ähnlich, insbesondere auch der Mittleren als Baby, daß es vielleicht nicht so verwunderlich ist, wenn man sich da mal vertut.

Sein Geburtstag ist genau der Tag, an dem Adrian eigentlich hätte zur Welt kommen sollen. Ich weiß nicht, wieviele Zufälle man im Leben haben kann, aber diesen finde ich schon zu zufällig, um noch zufällig zu sein. Die ganze Schwangerschaft hatte schon so viele Parallelen zu der mit Adrian, daß es mir manchmal richtig unheimlich ist. Darum ist es vielleicht auch nicht so erstaunlich, daß die Geburt dann nicht so glatt lief wie die drei anderen und letztlich in einem Kaiserschnitt endete. Nachdem sich bei der Einleitung nach 24 Stunden noch nichts getan hatte, bekam ich ein ungutes Gefühl, das ich ja ohnehin schon die ganze Zeit hatte, wenn ich an die Geburt dachte, auch wenn ich nicht weiß, weshalb. Wir haben uns dann entschlossen, einen Kaiserschnitt machen zu lassen, weil ich ohnehin völlig verkrampft war und sicherlich auch ein wenig abgedreht. Zum Glück hatten wir eine sehr liebe Oberärztin, die sich ganz viel Zeit für uns genommen hat. Bei den Maßen, die der Kleine hat, wäre es mit einer normalen Geburt vielleicht auch tatsächlich nicht so einfach geworden. Ich denke jedenfalls, daß es so richtig war, auch wenn es ein wenig schade ist, nicht noch ein letztes Mal dieses Geburtserlebnis gehabt zu haben und ich mir ein bißchen wie eine Memme vorkomme, weil ich das nicht durchgezogen habe. Bisher habe ich aber noch meistens auf meinen Bauch gehört, und normalerweise hat er mich richtig beraten. Ich denke, das hat er auch diesmal getan.

Es ist ein wenig gruselig, sich bei vollem Bewußtsein den Bauch aufschneiden zu lassen, obwohl sich alle rührend um mich gekümmert haben. Der Anästhesist hat mir die ganze Zeit über die Hand gehalten und mich auf dem laufenden gehalten. Als mir direkt nach der Narkose der Kreislauf absackte, dauerte es nur Sekunden, bis sie mich wieder hinbekommen haben, und es ging auch wirklich alles total schnell, und der Kleine war schon da. Wir bekamen ihn gleich gezeigt und während ich genäht wurde, konnte ich ihn auf dem Arm halten und danach dann auch schon stillen. Die ersten Tage nach der OP waren nicht ganz so witzig, weil es einfach am Bauch weh tut, dazu kamen noch fiese Nachwehen, die beim 4. Kind ohnehin nicht gerade harmlos sind und gleichzeitig mit der Narbe nicht angenehmer wurden. Aber dafür gab es dann zum Glück einen schönen Schmerzmitteltropf gg. Inzwischen bin ich aber schon wieder sehr fit, passe sogar in einige meiner alten Hosen rein und merke die Narbe kaum noch. Schonen soll ich mich natürlich noch, was nicht immer ganz einfach ist.

Der Kleine entwickelt sich jedenfalls prächtig, trinkt super und ist schon ein ganz handliches Päckchen geworden. Die Mädchen himmeln ihn an, was ihn aber noch nicht so recht interessiert. Auch ihr Lärm beeindruckt ihn nicht im geringsten, aber man muß wohl auch hart im Nehmen sein, um mit zwei temperamentvollen älteren Schwestern zu etwas zu kommen.

Die Große hatte außerdem gestern Geburtstag und ist jetzt schon 10. Unglaublich, daß sie so groß ist! Sie war doch auch gerade erst noch so ein kleines Baby. Gestern haben wir nur "en famille" gefeiert, aber am Freitag kommen ein paar Mädels zum Übernachten, allerdings erst nachdem wir sie vorher in einem Indoor-Spielplatz müde gehetzt haben gg. Auf eigene Arbeit hatte ich dieses Jahr keine Lust, was sicherlich verständlich ist. Ich bin sehr stolz auf mein großes Mädchen, sie ist toll.

Mittwoch, 15. September 2010

Menschenjunges,



...dies ist dein Planet.
Hier ist dein Bestimmungsort, kleines Paket.
Freundliches Bündel, willkommen, herein,

möge das Leben hier gut zu Dir sein.

Ich habe einen quietschlebendigen, gesunden Sohn!

Montag, 30. August 2010

August oder September?

Nachdem das Baby ganz offensichtlich kein Löwe werden wollte (ein brüllendes Tierchen im Haus reicht ja auch gg), hat es jetzt noch die Wahl zwischen einer August- und einer September-Jungfrau. Ein anderes Sternzeichen kommt definitiv nicht in Betracht. Scheinbar ist es im Bauch aber noch sehr gemütlich, so daß ich ehrlich gesagt eher auf September tippe. Ich weiß nicht einmal, welche Position es zwischenzeitlich hat, würde mich aber nicht wundern, wenn es wieder falsch herum oder sogar quer liegt. Ein bißchen mürbe werde ich so langsam, wie ich zugeben muß. Ich habe sooo viele Wehen, oft schon regelmäßig und einigermaßen schmerzhaft, aber sie hören immer wieder auf, und die Ärztin erklärte letzte Woche ganz optimistisch, daß sich da ja noch gar nichts getan hätte, obwohl das CTG eine einzige Wellenlinie war. Super, andererseits war es bei der Kleinen ja auch nicht viel anders. Die Ärztin meinte auch noch ganz cool, daß ich, wenn es wieder so schnell ginge wie beim letzten Mal und ich es nicht mehr in die Klinik schaffen würde, dann auch nicht so schlimm wäre, dann bräuchte ich auch keine Hilfe. Das ist übrigens die Vertretung meiner eigentlichen Ärztin. Donnerstag ist der errechnete Termin, dann soll ich mich noch einmal in der Klinik vorstellen. Mal sehen, ob sich bis dahin was getan hat.

Dieses ist übrigens die erste Geburt, vor der ich ein wenig Muffensausen habe, obwohl ich gar nicht sagen kann, weshalb. Die letzten drei liefen ja nun ziemlich problemlos ab, und die Schmerzen waren gut auszuhalten. Warum es nun diesmal anders sein sollte, weiß ich nicht, vielleicht denke ich auch einfach nur zuviel darüber nach bzw. habe zuviel Zeit dazu. Ich versuche mich in erster Linie mit Arbeit abzulenken, so daß mein Abteilungsleiter schon die Befürchtung äußerte, ich könnte mein Kind im Büro zur Welt bringen. Wäre doch auch mal eine nette Abwechslung gg.

Bei den Mädels standen einige Veränderungen an: die Große ist letzte Woche nun also am Gymnasium eingeschult worden und wirkt bisher sehr zufrieden. Die Lehrer machen einen netten Eindruck, und sie ist mit allen ihren ehemaligen Mitschülerinnen in eine Klasse gekommen, worauf sie natürlich sehr gehofft hatten. Das finde ich für den Anfang schon sehr erfreulich, die anderen wird sie bestimmt bald kennenlernen. Es gab eine einigermaßen feierliche Begrüßung auf ziemlich harten Aula-Bänken, dann durften wir noch einen Blick in das Klassenzimmer werfen, und seitdem ist sie eine Sextanerin und schon ein wenig stolz, wie ich glaube. Heute ist sie das erste Mal ganz alleine mit dem Bus zur Schule gefahren, und da zittere ich wohl eher noch mehr als sie, ob sie denn auch heil angekommen ist. Ihr neues Zimmer ist auch fast fertig und eingerichtet, und es ist schon kein Kinderzimmer mehr, allerdings hat sie auch noch nicht all ihren Kram hineingeschleppt, das kann sich noch ändern gg.

Die Kleine ist letzte Woche in den "richtigen" Kindergarten gewechselt und nun ein stolzer Tiger, auch wenn sie morgen noch ein wenig mit Ablösungsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Das liegt aber wohl eher daran, daß sie die letzten drei Wochen die ganze Zeit mit mir zusammen war und das ganz gut fand, denn wenn ich sie abhole, ist sie quietschvergnügt und hat auch alles mitgemacht, was so anstand. Ich hoffe, daß sie sich bald wieder auch morgens eingewöhnt. Die Wechsel selbst war ziemlich lustig. Eigentlich ist es so, daß die Krippenkinder Abschied mit dem neuen Kindergartenkind feiern. Es wird Kuchen gegessen, und dann wird der Kandidat feierlich zur neuen Gruppe begleitet. Ich hatte extra einen wunderschönen rosa Kuchen gebacken, aber als ich die Kleine dann in der Krippe abliefern wollte, fing sie plötzlich jämmerlich an zu weinen und meinte, sie dachte, sie wäre jetzt ein Tiger, wieso ich sie zu den Bären gebracht hätte, und sie wollte auch den Kuchen mit den Tigern essen. Es war nichts zu machen, die neuen Erzieher mußten sie abholen, sie schleppte den Kuchen und ihren Rucksack tapfer rüber und ist seitdem in der neuen Gruppe. Aber ich hoffe ja, daß ich in einem Jahr wieder ein kleines Bärenkind habe.

Ich selbst war vor zwei Wochen noch beim Amtsarzt, um die Bewerbung für meine Planstelle vollständig zu bekommen. Zwischenzeitlich hatte mich sogar noch ein Herr aus dem Ministerium angerufen und mir mitgeteilt, daß gerade eine ausgeschrieben sei, auf die ich mich doch bitte bewerben möchte, was ich im übrigen sehr nett von ihm fand. Aber ein paar schlaflose Nächte hat mir das ganze beschert. Da das Labor beim Gesundheitsamt gerade Sommerferien hatte, habe ich mir bei meiner Ärztin Blut abnehmen lassen (was mal wieder ein ziemliches Gestochere in meinen Venen war), so daß ich die Werte dann direkt selbst von Labor bekommen und zur Untersuchung mitgebracht habe. Diese Werte waren aber leider ziemlich chaotisch mit einigen ganz üblen Ausreißern dabei, so daß ich den Amtsarzt mich schon umgehend aus dem Dienst entfernen sah, zumindest aber ankündigen, daß in 6 Monaten oder so eine erneute Überprüfung stattfinden müsse und solange noch keine Empfehlung ausgesprochen werden könnte. Ich tauchte also einigermaßen zittrig bei dem guten Mann auf, der aber nur einen Blick auf die Werte warf und lapidar meinte, daß man die während der Schwangerschaft ohnehin nicht beurteilen könnte und sonst wäre ja wohl nichts weiter gewesen. Er fühlte meinen Puls, stellte fest, daß dieser ziemlich hoch sei (kein Wunder, so aufgeregt, wie ich war), fand das aber am Ende einer Schwangerschaft ebenfalls normal, drückte ein wenig an mir herum, konnte aber nichts weiter fühlen, außer dem Baby gg, wir hielten ein wenig Smalltalk, und er sagte, daß er dann gleich alles fertig machen und an die Dienststelle schicken würde. Uff, die Steine müssen durch die ganze Stadt gepoltert sein, und nun bin ich gespannt, ob es mit dieser Stelle wirklich etwas wird und wie lange es dauert, bis der ganze Dienstweg durchlaufen ist.

Sonntag, 22. August 2010

Wer sägt mir eine Ausbuchtung...

...in meinen Schreibtisch?

So langsam weiß ich, wozu der Mutterschutz da ist. Man möchte den Frauen den Frust ersparen, ihre Akten aufgrund der durch den Bauch bedingten Entfernung ohnehin nicht mehr lesen zu können. Näher ranrücken geht auch nicht, wegen oben erwähnten Bauches. Aber eine Ausbuchtung im Schreibtisch, halbmondförmig, wäre die Lösung. Nur was macht man dann hinterher damit? Vielleicht sollte ich spezielle Schwangeren-Schreibtische entwerfen.

Ich muß zugeben, daß ich jetzt schon nach gerade mal sechs Wochen mein Büro vermisse. Mir fehlt der halbe Tag, den ich einfach für mich habe (auch wenn ich in der Zeit natürlich meine Arbeit erledigen muß), meine Fälle, der Plausch zwischendurch mit den Kollegen, sogar Streitereien mit nervigen Verteidigern und Auseinandersetzungen vor Gericht. Ich denke, es war eine gute Entscheidung, kein Jahr Elternzeit zu nehmen, wahrscheinlich könnte man mich schon nach drei Monaten in die Psychiatrie einliefern gg.

Und das Baby macht es sich immer noch in meinem Bauch gemütlich. Na ja, offiziell hat es ja auch noch 11 Tage. Es wälzt sich immer noch kräftig hin und her, und so langsam kann ich überhaupt nicht mehr sagen, wie rum es denn eigentlich liegt. Ich habe tagsüber jede Menge Wehen, die aber genauso schnell wieder verschwinden, wenn ich anfange darüber nachzudenken, ob es denn nun ernst werden könnte. Ich bin sehr gespannt, wann es sich denn auf den Weg machen wird. Aber jetzt müssen wir wohl tatsächlich noch den Dienstag abwarten, da hat die Große ihren ersten Schultag am Gymnasium, und bei der feierlichen Begrüßung möchte ich natürlich dabei sein. Aber danach dann bitte jederzeit gerne.

Freitag, 13. August 2010

Mein liebster Adrian

Heute ist Dein 4. Geburtstag, ein großer Junge wärst Du jetzt schon. Vier Jahre ohne Dich, so nah und doch so fern, nicht bei mir und doch jeden Tag ein Teil meines Lebens. Manchmal weiß ich nicht, wie ich diese Zeit ohne Dich aushalten konnte. Irgendwie geht es, weiter und immer weiter.

Wir waren vorhin bei Dir auf dem Friedhof. Deine kleine Schwester hat Dich überall gesucht, man kann ihr natürlich noch nicht so recht erklären, daß wir Dich nicht sehen können, wenn wir Dich besuchen. Sie fragte immer nur, wo Du denn wärst, ob Du schon weggegangen wärst, aber sie hat sich gefreut, Dir Blumen und ein kleines Schaf bringen zu können, in Deinen Garten. Sie stellte etliche Fragen, ob das denn ein Kindergarten wäre, ob Du auch Spielzeug hast, warum da ein Schnuller auf Deinem Grab ist. Irgendwann wird auch sie es verstehen, so wie Deine große Schwester es tut.

Und unter meinem Herzen trage ich Dein kleines Geschwisterchen, das sich jetzt jeden Tag auf den Weg machen kann. Diese Schwangerschaft ist so parallel zu Deiner, daß ich schon fast damit gerechnet habe, daß mir auf dem Friedhof die Fruchtblase platzt und Ihr auch noch Deinen Geburtstag teilen würdet. Aber das ist nicht passiert, und es ist auch schöner, wenn Ihr alle Euren eigenen Geburtstag habt. Gewundert hätte es mich aber nicht.

Mein lieber kleiner Sohn, Du bist für immer in meinem Herzen. Ich werde Dich nie vergessen.

Deine Mami

Habe Dich sicher in meiner Seele. Ich trag Dich bei mir, bis der Vorhang fällt.