Das war´s schon wieder, drei Wochen können erstaunlich schnell vergehen. Heute habe ich schon wieder den ersten Blick in mein Büro gewagt, mich durch mindestens 150 Emails gearbeitet, einen kleinen Aktenstapel für den Postausgang produziert, Wiedersehen gefeiert...morgen geht es dann offiziell weiter, und dann ist Schluß mit dem Lotterleben, und es ist wieder halbwegs seriöse Kleidung angesagt ;-).
Und was haben die Ferien sonst noch so gebracht?
Zunächst einmal schon fast traditionell eine größere Aufräumaktion, was die liebe N. zu einem beinahe hysterischen Kichern und dem Ausruf, daß ich doch wohl gerade erst umgezogen wäre, veranlaßt. Die Kinder sehen sich zu solchen Gelegenheiten genötigt, mir alle ihre Lieblingsdinge aus den Augen zu schaffen und vor mir zu flüchten. Nur Kind groß läßt sich diesmal erstaunlicherweise anstecken und wirft vor lauter Begeisterung die Mappe mit ihrem Zeugnis ins Altpapier. Dumm nur, daß der Container nicht zu öffnen geht...und wie gut, daß ich das Zeugnis vorher herausgenommen und in den Zeugnisordner getan habe...
Mit den beiden Kleinen besuche ich die Indianer-Festspiele. Während Kind mittel gemeinsam mit der glücklicherweise mitgekommenen M. fasziniert im Publikum sitzt und ihr unzählige Fragen stellt, entscheidet sich Kind klein dafür, Angst davor zu haben, daß dort auch Böse mitmachen. Ich verbringe also den größten Teil der Vorstellung hinter dem Palisadenzaun, manchmal schaffe ich es rüberzuschauen, während Kind klein -mit Micky Mäusen auf den Ohren- zunächst versucht zu flüchten, sich dann aber lieber mit dem Ordner am Eingang, der ihn aufhält, anfreundet und mit ihm die restliche Zeit wichtige Dinge bespricht. Ab und zu wirft er einen kurzen Blick auf die Bühne, um selbigem Ordner dann entrüstet mitzuteilen, daß dort immer noch Böse wären. Ich selbst freunde mich derweil mit dem Chef der Ordner an, der nicht nur so freundlich war, Kind klein mit besagten Micky Mäusen zu versorgen, sondern auch mich versorgt, nämlich mit Kaffee, Gummibärchen und einem netten Gespräch, während ich warte. Als ich Kind klein schließlich mitteile, daß jetzt alle Bösen besiegt sind, kehrt er unverzüglich zur Bühne zurück, schaut sich begeistert das Abschlußfeuerwerk an und erklärt allen Umstehenden, daß nun das Gute gesiegt hätte...
Diese vorübergehende Vorsicht hindert Kind klein im übrigen nicht daran, den Rest der Ferien ausdauernd das Stück nachzuspielen, wobei er die Lücken mit Hilfe seiner Fantasie füllt. Meistens ist er ein Böser, allerdings ein netter Böser (ok, ok, ich unterhalte mich mit ihm noch über Moralphilosophie...), der die ganz Bösen umkämpft. Hierzu bewaffnet er sich bis an die Zähne (alle Pädagogen zu mir, das Ende jeglichen Pazifismus´ wurde durch den Erwerb einer Spielzeugpistole eingeleitet) und fechtet und schießt wild vor sich hin.
Ein weiteres Lieblingsspiel besteht darin, ein Versengolder zu sein (er macht sich ein wenig Sorgen, ob die Jungs wohl auch ein Mikrofon für ihn übrig haben werden, wenn er bei ihnen anfängt). Auch hierfür ist es unbedingt erforderlich, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, allerdings dient das Holzschwert dann als Bogen für den Schnellgeiger und der Plastiksäbel als Instrument für den "Flötler", nur mit der Pistole werden sicherheitshalber ab und zu noch ein paar Bösewichte vertrieben. Dazu singt er lautstark, und ich überlege, ob ich vielleicht schon mal ein Bewerbungsvideo drehen sollte.
Und dann gibt es ja auch noch die Austauschschülerin, die ausgesprochen nett ist, ihr Deutsch exponentiell verbessert, genauso wie mein Französisch, sich ansonsten durch mehrere Stauden Bananen, zahlreiche Säcke Äpfel und mindestens 10 Gläser Nutella (glücklicherweise bringt M. dann noch Nachschub...) futtert. Seit einer Woche ist sie schon weg, und ein bißchen fehlt mir meine "Haustochter", wie ich zugeben muß. Und noch schlimmer wird mir doch morgen Kind groß für 3 Monate von ihr "entführt"...noch ein gemeinsames Sushi-Essen mit ihr, aber ich gönne es ihr natürlich von ganzem Herzen.
Tja, damit hat der Alltag Frau Spock wieder, und es bleibt abzuwarten, was sich für spannende Begebenheiten in nächster Zeit ereignen werden!
Ein paar Tage gönnt sich Frau Spock gemeinsam mit Kind klein und Kind mittel bei der lieben N. Was großartig ist, weil die Kinder quasi durchgehend beschäftigt sind. Und wir großen Mädels natürlich auch, insbesondere damit:
Oder auch mal damit:
Und natürlich damit:
;-).
Ts, ts, kann ich da nur zu N. sagen...
Der gute Herr erschreckt mich täglich. Ich bewohne mit meinem Nachwuchs eine Dependance einer Polizeiakademie, die wir komplett für uns haben. 150 qm für 3 Personen, 6 Zimmer, es ist ein wenig knapp...
Wir tummeln uns im Garten, im Freibad und führen Frauen-Gespräche, bei denen wir sogar weitgehend Einigkeit erzielen, was das Ergebnis angeht:
Schließlich besuchen wir noch einen Vogelpark, in dem man sich natürlich um Vögel kümmern kann:
Oder aber Sport treiben:
Oder auch versuchen, die Nandus niederzustarren:
Ich muß zugeben, daß sie gut sind...Aber ich bin es zum Glück auch ;-)
Heute geht es dann wieder nachhause, erschöpft, aber auch erholt und voller neuer Eindrücke. Danke!
Das Leben im Hier und Jetzt! Sommertag, kinderfrei, Frau Spock ganz allein, führt zu solchen Ergebnissen:
Und ja, es ist nicht optimal, Schokoladenstäbchen mit an den Strand zu nehmen, aber sie sind so verdammt lecker...und werden hinterher im Kühlschrank auch ganz schnell wieder fest, also ihre kläglichen Reste ;-).
Ich bin kein Mensch, der sonderlich viel in der Vergangenheit lebt und seine Zeit damit verbringt, dem nachzutrauern, was hätte sein können, was ich getan oder nicht getan habe und halte das Hier und Jetzt für die wichtigste Zeit (eine andere haben wir ja eh nicht).
Aber dennoch habe ich gestern in einer ruhigen Stunde in alten Tagebüchern geblättert und bin auf eines aus dem Jahr 1988 (sic!) gestoßen. Dick, eng beschrieben, und ich muß einräumen, daß ich in meinem jugendlichen Alter einen gewissen Hang zur Pathetik besessen habe...
Was ich gefunden habe, und darüber habe ich mich sehr gefreut, sind einige Gedichte. Nicht von mir, die wären wahrscheinlich ähnlich schwülstig wie der Rest meiner Ergüsse aus dieser Zeit, sondern aus einem kleinen Gedichtband, den ich seinerzeit bei meiner Mutter gefunden habe. Leider weiß ich nicht mehr, von wem er stammt, und ich hoffe einfach mal die Verfasserin(nen) nehmen es mir nicht übel, wenn ich hier etwas von ihnen anonym veröffentliche. Ich weiß noch genau, in welcher Situation ich damals war, wie es mir ging und warum ich mich damals so angesprochen fühlte.
Da gab es zum Beispiel:
Ich bin schnell
nochmal aufgesrpungen
auf den Zug,
der dich und deine Liebe
transportiert.
Wie ein Kind
hastig noch ein letzesmal
mit dem Finger
aus dem Honigtopf nascht,
bevor er außer Reichweite kommt,
wollte ich naschen
von deiner Süße.
Und hätte dieser Schleck
nicht schon ein wenig
bitter geschmeckt,
wäre ich fast wieder
in den Topf gefallen.
Oder:
nein,
male mein bild nicht in öl,
es reicht die flüchtige skizze
im wechselrahmen.
ich bin stets nur vorläufig
und meine leihfrist ist begrenzt,
und niemals
bin ich abrufbar
aus den schubladen
deiner erwartungen.
Oder:
Sollte sich mein Entschluß
mit dir zu leben
nicht verwirklichen lassen
tritt ein Notplan
in Kraft:
Ich lebe weiter!
Oder:
Alleinsein
Muntere Ruhe
breitet sich aus.
Ich hocke
zwischen Einfällen
und warte auf
nichts.
Jetzt weiß ich´s wieder:
Ich!
Aber am meisten berührt hat mich seinerzeit dieses:
Jetzt,
wo alles zu Ende geht,
gehe ich auch wieder
wie nach langer Krankheit
und muß feststellen,
daß Bein und Fuß
ihre Tätigkeit nicht eingestellt haben
ungeachtet ihrer
vermeintlich geschlagenen Wurzeln.
Wie ein Kran seinen Arm,
so fahre ich meine Wurzeln ein,
zerreiße Verwuchertes,
löse manches vorsichtig,
zerstöre Strukturen
und gehe.
Und heute tut es das immer noch, wenn ich es mir recht überlege.
Mein Leben ist keineswegs nur positiv, ich begegne Menschen, die ich nicht verstehe und tue bestimmt viele Dinge, die man aus der Perspektive der Vernunft als reichlich mißlungen ansehen muß.
Aber ich gehe! Ich habe in dieser Zeit seit Anfang des Jahres vieles für mich wiederentdeckt. Ich habe vieles an mir neu kennengelernt. Ich stelle immer mehr fest, was für mich richtig oder falsch ist. Und auch wenn ich traurig, wütend, verständnislos, was auch immer bin, habe ich doch das Gefühl zu gehen.
Ich freue mich über diejenigen, die diesen Weg mit mir zusammen gehen wollen. Offen und ehrlich, mal suchend und zweifelnd, mal irrend und rätselnd, mal im Sturm und mal im Feuer stehend und dann wieder im sanften Licht (ok, vielleicht habe ich immer noch einen Hang zur Pathetik...).
Diejenigen, für die ich nur dazu da bin, ihr ansonsten unerfülltes Leben aufzupeppen, die zaudernd und zagend und nur nach hinten blickend vor dem Weg ihrer Möglichkeiten stehen, aber sich doch immer nur nach hinten umsehen, die nur Ausreden suchen, um stehenbleiben zu können, die ihre kostbare Lebenszeit lieber mit Warten und Nicht-Wissen absitzen, mögen sich zu diesem Zweck bitte andere Drogen suchen. Denn für solche Zwecke ist meine Lebensenergie zu wertvoll. Ich gebe sie gerne und mit vollen Händen, aber nur an die, die sie auch mit ganzem Herzen entgegennehmen wollen.
Denn ich gehe!
Ok, ok, dieser ganze Blog ist natürlich irgendwie in eigener Sache. Aber heute möchte ich mal etwas sehr eigenes sagen und mich nicht nur in theoretischen Betrachtungen über was auch immer oder amüsiert-ironischen Erzählungen über meine Mitmenschen ergehen:
Es gibt nur wenige Dinge, in denen ich nicht zumindest noch einen gewissen Humor entdecken kann, und wahrscheinlich nehme ich sogar vieles in diesem Leben nicht ernst genug. Wenn aber jemand versucht, sich in mein Vertrauen einzuschleichen, mich dabei nicht nur offensichtlich noch für völlig blöd und naiv hält, sondern zu diesem Zweck auch noch meinen verstorbenen Sohn als Einfallstor benutzt, gleichzeitig dabei das Vertrauen einer Person, die mir sehr viel bedeutet, übel mißbraucht, dann ist es mit meinem Humor vorbei, und ich werde wütend. So richtig! Und das kommt nicht allzu häufig vor...
Auch wenn derjenige mir etwas geboten hat, das schon beinahe unter Schmierenkomödie fällt (und ich wünschte zugegebenermaßen, ich könnte es aufschreiben...), hat er damit leider nicht meinen Sinn für Humor angesprochen! Da nützen dann auch keine Feldherren-Allüren etwas.
...habe ich heute dieses hier zu bieten:
http://www.amazon.de/gp/aw/d/3442220564/ref=mp_s_a_1_1?qid=1405762968&sr=8-1&pi=SY200_QL40
Sehr amüsant zu lesen! Allerdings sollten alle Menschen, die meinen, dass irgendwann einfach Schluss ist, mit leben, lieber die Finger davon lassen und sich realistisch-pessimistischere Literatur suchen.
Alle diejenigen, die der Meinung sind, dass das Leben immer wieder was zu bieten hat und nicht irgendwann einfach stoppt, werden hier in deutlichen, manchmal vielleicht etwas übertriebenen Worten -aber was macht das schon?- die Aufforderung finden, immer weiter zu machen, immer wieder Neues zu entdecken, eigene Grenzen immer wieder in Frage zu stellen und auch noch Freude daran zu haben.