Wenn frau Samstag abend (und angeblich gibt es auch noch ein wichtiges Fußballspiel...) ihren Vermieter anrufen muß, weil sie das Fenster im Kinderzimmer nicht geschlossen bekommt (beknacktes System!). Und wenn dann der (unglaublich nette) Vermieter nebst Ehefrau innerhalb von wenigen Minuten anrückt und das Fenster selbstverständlich mit einem Griff in den Griff bekommt und schließen kann...
Ich geh dann mal in die Ecke...
Tag 17? Keine Ahnung. Hier liegt noch ein erfreulich großes Marzipanei ;-)
Es ist tatsächlich schwieriger als gedacht. Im alltäglichen Trubel einfach mal inne zu halten und ein paar Minuten nur an sich selbst zu denken, stellt mich manchmal wirklich vor Probleme, und häufig schaffe ich es kaum mehr, als ein paar Seiten zu lesen, was ja immerhin schon eine gute Sache ist.
Aber heute jedenfalls ist Frau Spock überraschend auswärts anzutreffen, die genaue Örtlichkeit dürfte dabei keine Rolle spielen. Ich finde mich zwischen jeder Menge hochwichtiger Gestalten in Anzügen, mit denen ich glücklicherweise nichts zu tun habe, wieder und bin plötzlich in der luxuriösen Situation, drei Stunden Zeit zu haben, in denen absolut nichts anliegt. Und da gibt es ja wohl keine Frage, was zu tun ist:
Ich laufe und laufe, die Füße im Wasser, Musik auf den Ohren, Wind und Sonne auf der Haut, das ist einfach nur wunderbar.
Ich weiß, es sieht alles immer sehr ähnlich aus, ist aber ein anderer Strand als sonst, ich schwör ;-)!
Zwei Dinge gibt es, die mir in meinem Leben geradezu eine Wohlfühlgarantie bieten: ein gutes Essen und Musik. Daher beinahe schon eine Doppelsteckung gestern, denn ich gönne mir zunächst ein Mittagessen in "meinem" In-Restaurant, wobei ich sogar ein paar seltene Sonnenstrahlen ausnutzen und draußen sitzen kann.
Abends ein Konzert! Einfach großartig. Eine kleine energiegeladene Sängerin mit einer unglaublichen Stimme. Traurige anrührende Lieder, lustige, freche, laute und leise Töne. Phantastisch!
Für Tag 8 muß ich mir noch etwas überlegen. Vielleicht einfach 10mal mit dem Fahrstuhl hier im Büro rauf und runter fahren und den Duft des wunderbaren Rasierwassers, das einer der Kollegen offensichtlich benutzt, auf mich wirken lassen? Ich weiß leider nicht, wer das ist, aber ich hatte schon überlegt, mich durch alle Büros zu schnuppern ;-).
Es bleibt nicht unkompliziert, sich inmitten von Beruf, Kindern und allgemeinem Chaos Zeit für sich selbst zu nehmen. Kind mittel droht als neueste Strategie bei jeder Auseinandersetzung damit, auszuziehen, was Kind klein von Zeit zu Zeit zu der erstaunten Frage veranlaßt, wann sie denn nun endlich ausziehen würden. Kind groß fürchtet den Einfall der Zombie-Apocalypse, die im übrigen morgen stattfinden soll. Falls dies also mein letzter Eintrag sein wird, wünsche ich allen Lesern alles Gute...
Ich selbst habe gestern meinen ersten Arbeitstag nach einer Woche Urlaub. Irgendwie kann ich es momenten überhaupt nicht ertragen, wenn jemand nett und fürsorglich ist und als mein Lieblingskollege plötzlich in meinem Büro erscheint und mich fragt, ob denn alles in Ordnung ist, man würde sich Sorgen um mich machen, bekommt er die Folgen zu spüren. Aber er kann mit heulenden Frauen umgehen...von meiner neuen Lebenssituation weiß bisher erst eine einzige Person in der Behörde, offenbar Zeit, mit der Geschichte rauszurücken. Letztlich schüttelt er vor allem den Kopf und fragt mich, warum ich denn nicht mal um Hilfe beim Umzug gebeten hätte...aber Frau Spock meint ja wie immer, alles allein schaffen zu müssen.
Jedenfalls beende ich den Arbeitstag frühzeitig und lasse mich statt dessen zu Schoko-Kirsch-Kuchen (lecker!!!!), einem großen Latte macchiato und einem guten Gespräch einladen. Ich finde, das zählt ganz eindeutig zu positiven Erlebnissen.
Heute ist es schon schwieriger. Der Plan besteht darin, das zu tun, womit die meisten meiner Leser vielleicht schon am allerersten Tag gerechnet haben (dumm nur, daß das ein Feiertag war): ich möchte mir neue Schuhe kaufen (und zumindest von der weiblichen Leserschaft werde ich wohl Zustimmung erhalten, wenn ich behaupte, daß das ein Verwöhnprogramm par excellence ist). Aber es ergibt sich ein Problem: mir gefällt nicht ein einziges Paar. Ja, das gibt es, auch wenn ich einräumen muß, daß das schwer vorstellbar ist. Ich verlasse das Geschäft unverrichteter Dinge und beschließe, mir später über das heutige Programm Gedanken zu machen.
Und dann wird mir das Problem einfach aus der Hand genommen, denn ich finde im Briefkasten etwas, auf das ich schon lange gewartet habe. Eigentlich hatte ich es sogar schon abgeschrieben...und nun ist es da und schön wie erhofft. Ich freu mich!
Ich hatte es nicht gedacht, aber es ist tatsächlich nicht so leicht, sich in der geplanten Weise um sich selbst zu kümmern.
Der gestrige Tag zudem noch Chaos pur und begann in einer Weise, die geeignet war, mich in einen eigenartigen Gefühlszustand zu versetzen. Fortgesetzt wurde er dann dadurch, daß Kind mittel mich beinahe k.o. geschlagen hat. Kopf auf Schläfe, ein klassischer Atemi-Punkt (Anm. der Verf.: das sind solche Körperstellen, an denen man mit einem entsprechenden Schlag Folgen von starken Schmerzen über einen Schockzustand bis hin zu Ohnmacht oder Tod hervorrufen kann), sauber gesetzt, was mir für den Rest des Tages einen dröhnenden Schädel bescherte. Bei dem Versuch, meinen Staubsauger durch Entleeren des Behälters wieder in Gang zu setzen, ergoß (nein, das ist nicht das richtige Wort, aber in Ermangelung eines besseren muß es jetzt ausreichen) sich der Inhalt desselbigen in meine Küche. Und so in etwa setzte der Tag sich fort...letztlich muß ich einräumen, daß das Verwöhnen meiner selbst wohl nur in einem Eis im Zoo bestanden hat. Ich schäme mich sehr ;-).
Der heutige Tag beginnt zumindest ohne größere Schmerzen. Da ich dem Staubsauger fernbleibe, bekommt auch dieser keine Chance. Als ich Kind groß von einer Feier abhole, wird mir überraschend Kaffee und ein wunderbarer Himbeerkuchen vorgesetzt, was schon einmal eine hundertprozentige Steigerung zu gestern ist. Und das heutige Programm besteht dann wohl daraus, daß ich in einem Akt unglaublichen Egoismusses Kind groß nicht gestatte, das Fernsehprogramm zu bestimmen. Statt dessen sehe ich genau den Film, den ich gerne sehen möchte! "Cyrano de Bergerac". Meiner Ansicht nach eines der schönsten Stücke aller Zeiten, aber ich habe ja auch eine Vorliebe für Sprache...wenn es auch gleichzeitig sehr traurig ist, daß zwei Menschen nicht zueinander finden, nur weil der eine sich für unzulänglich hält und nicht wahrhaben will, daß das überhaupt keine Rolle spielen muß, wenn sich zwei Seelen begegnen. Und als sie es dann endlich bemerken, ist es zu spät. Berührende Tragik...
In den letzten Wochen habe ich viele Listen geschrieben. Und dabei hat es sich keinesfalls nur um Einkaufslisten gehandelt, die meisten davon waren vielmehr mich selbst betreffend. Fragen des Lebens sozusagen, ich bin also in Übung. Da war es doch naheliegend, es auch in Erfüllung meines Programms mit einer Liste zu versuchen.
Eine Liste, auf der ich glückliche Momente und Ereignisse meines Lebens aufgeschrieben habe. Bestimmt habe ich mich nicht an alle erinnert, aber es waren mehrere Seiten mit teilweise sehr erstaunlichen Begebenheiten, die mir da in den Kopf gekommen sind. Und die es geschafft haben, mir eine halbe Stunde quasi ununterbrochenen Lächelns zu bescheren.
Eigentlich ein Jammer, das ich diese Liste hier nicht veröffentlichen kann...
Tag 1 meines Programms. Ich weiß nicht, ob ich jeden Tag hier berichten werde, aber es wird sicherlich einige Dinge geben, die mir dazu geeignet erscheinen. Und wer´s langweilig findet, der kann ja...aber das erwähnte ich schon mehrmals ;-).
Ich könnte heute vom Radfahren erzählen. Von wunderbarem, wenn auch kaltem Wetter, von strahlendem Sonnenschein, von einem Picknick zwischen Rapsfeldern, deren Duft mir direkt in den Kopf gestiegen ist. Davon könnte ich erzählen, und es wäre sicherlich geeignet, als Beginn meines Programms zu dienen.
Aber ich habe auch noch etwas anderes getan. Etwas, von dem ich nicht einmal genau weiß, ob es als positiv anzusehen ist. Etwas, von dem ich in keiner Weise weiß, welchen Fortgang es nehmen wird. Etwas, das mich zutiefst verletzlich macht. Und doch ist es etwas, das sich trotz allem richtig anfühlt und von dem ich überzeugt bin, daß es absolut richtig war. All dies zusammen scheint mir doch ein guter Grund, es als den eigentlichen ersten Programmpunkt anzusehen!
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