Samstag, 20. Oktober 2012

Normalität?

Bei mir? Keine Ahnung, ob es das überhaupt gibt. Vielleicht müßte man zuvor, den Begriff der Normalität definieren ;-). Wenn Normalität bedeutet, daß latentes Chaos herrscht, dann habe ich wohl ein völlig normales unauffälliges Leben...

Jedenfalls begann das Wochenende gestern völlig normal mit einem größeren Schreikrampf von Kind mittel, dem sich Kind klein dann sicherheitshalber mal angeschlossen hat, man könnte ja was verpassen. Heute vormittag haben wir einige Besorgungen gemacht, und es ist uns trotz der Anwesenheit zweier Kinder gelungen, für den Mann eine neue Brille auszusuchen und ein Schokoladen-Café auszuprobieren, ohne daß es auch nur in einem von beiden Scherben gegeben hätte. Kakao-Flecke auf dem Fußboden zähle ich schon gar nicht mehr, die sind normal...;-). Tolles Café übrigens, ich gehe dann gerne auch mal alleine oder in Begleitung anderer Erwachsener hin gg.

Heute abend habe ich noch ein größeres Mädelstreffen vor mir und freue mich schon gewaltig! Morgen kommt Kind groß endlich aus dem Urlaub wieder, um unser Chaos zu komplettieren, und ab Montag darf ich wieder für eine Woche zur Fortbildung. Ich weiß zwar noch nicht genau, wie ich so viel Ruhe und Ordnung aushalten soll, aber ich werde mir Mühe geben. Und wenn ich es nicht schaffe, muß ich eben selbst für ein wenig Chaos sorgen...

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Entscheidungen...

Decisions I made,
may they be good
or may they be bad
I made them whole-heartedly
with only one regret.

It´s no regret about what I have done
so hard as it sounds
I know it´s not wrong.
There´s just one thing hard to abide
that´s the fact that I had to decide...

Dienstag, 16. Oktober 2012

Manche reden sich um Kopf und Kragen

Einige Leute sollte man wirklich nicht ohne Verteidiger vor Gericht lassen, weil sie sich selbst immer tiefer in ihren Schlamassel reinreiten.
Wenn sie zuerst noch sagen, dass sie jemanden nur wegschubsen wollen, erklären sie im nächsten Moment, dass sie denjenigen eigentlich doch hatten in die Weichteile treten wollen und nur nicht getroffen haben, um danach zu sagen, dass sie es nicht getan hätten, wenn sie gewußt hätten, dass das Opfer noch keine 16 ist...
Es ist jedenfalls wieder einer der interessanteren Gerichtstermine heute. Zum einen bekomme ich vorher meinen Cappuccino, zum anderen überlasse ich das Feld meinem Referendar, der heute das erste Mal selbst eine Gerichtsverhandlung führt, und ich sitze weitgehend nur daneben und lasse ihn machen, ab und zu souffliere ich ein wenig. Neben mir die Vertreterin der Nebenklage nebst ihrem Mandanten, im Zuschauerraum mindestens 20 weitere Referendare, die gerne zusehen wollen und einige der Kumpels des Geschädigten. Es ist ziemlich voll, was für die Premiere meines Referendars sicherlich noch ein zusätzlicher Nervositätsfaktor ist. Aber er schlägt sich wacker, und am Ende kommt die Strafe dabei raus, die ich gerne haben wollte.
Der Kandidat ist ein wenig entsetzt, dass er für die nächsten zwei Jahre keinen Führerschein  mehr haben wird, aber man sollte es sich vielleicht vorher überlegen, sieben Mal ohne einen solchen zu fahren (und ich weiß ja gar nicht, wie oft er nicht erwischt wurde...) und zudem im Bundeszentralregisterauszug auch noch einmal mehr Verurteilungen deswegen zu haben, als auf eine Hand passen. Von den ganzen anderen Straftaten, die dort ebenfalls stehen, mal ganz zu schweigen...
Aber gut, ich habe zumindest die Hoffnung, dass es beim nächsten Mal keine Bewährungsstrafe mehr wird, wobei ich ziemlich sicher bin, dass dies nicht sein letzter Auftritt in den heiligen Hallen eines Gerichtssaales war.

Samstag, 13. Oktober 2012

Man kann es nicht oft genug sagen...

Once in a while the road is steep and narrow winding
Once in a while I play the game not knowing what I´m really doin´,
but when I listen to the sound to get my feet back on the ground
it´s the sound that keeps me goin´ another mile...

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Das neue Türschild...


...für mein Büro. Nachdem mir meine Frauenpower-Postkarte doch tatsächlich geklaut wurde (man stelle sich das in einer Behörde wie der meinen nur einmal vor...), habe ich jetzt endlich das gefunden, wonach ich gesucht habe. Und das muß sich ja sogar nicht einmal nur auf meine "Kunden" beziehen...;-)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Eine kleine Blogpause

Die kam dadurch zustande, daß Frau Spock sich ein paar Tage Urlaub gegönnt hat (ja isses denn die Möglichkeit...?).
Dänemark im Herbst ist immer wieder schön, auch wenn es uns hier wie in Frankreich gegangen ist, nämlich unser angestammtes Ferienhaus nicht mehr zu mieten war. Aber wir haben ein anderes sehr schönes gefunden, das trotz des teilweise richtig starken Windes nicht weggeflogen ist, obwohl es mir ein paarmal so vorkam, als wenn es kurz davor wäre.
Ansonsten gab es die üblichen Programmpunkte: Spaziergänge am Strand, Mondfische in Hirtshals, Regnskov in Randers, Kaminfeuer am Nachmittag und natürlich das Kerzengeschäft in Hune, für das ich gerne mal einen größeren Gutschein hätte...
Ein paar ruhige Tage jedenfalls, sehr angenehm, bei weitgehend gutem Wetter, und sogar weitgehend entspannten Kindern, die sich jetzt wieder hier aber auch genauso begeistert auf ihr Spielzeug stürzen.
Ein paar Tage Urlaub gibt es jetzt noch hier zuhause, bevor es nächste Woche weitergeht mit den spannenden Begebenheiten aus der Justiz ;-).

Montag, 1. Oktober 2012

Der Arbeitsalltag...

...holt einen natürlich auch nach solch einem schönen Wochenende wieder ein. Aber immerhin war es heute ein gemäßigter Start in die Woche, denn ich habe Klausuraufsicht für das 2. Staatsexamen geführt, was einem zumindest immer einen ruhigen Vormittag beschert.
Ich sause also mit einem (wieder reparierten) Fahrrad zum Landgericht. Hier gibt es sogar Coffee-to-go, dies ist schließlich ein modernes Gebäude, und ich versorge mich sogleich mit einem für schlechtere Zeiten.
Im Klausursaal angekommen will mich eine nette Dame sofort mit einer Platznummer versorgen, aber es gelingt mir, sie davon zu überzeugen, daß ich die Aufsicht bin. Midlife-Crisis hin oder her und so geschmeichelt ich mich auch fühle, DIESES Ereignis meiner Jugend will ich keinesfalls noch einmal erleben.
Ich richte mich also häuslich ein, direkt vor mir sitzt einer dieser Herren, die daran Schuld sind, daß ich mich erst spät dazu entschließen konnte, Juristin zu werden. Zur Klausur (!) erscheint er im Anzug mit Krawatte und Kaschmirpullover drunter, die Haare zu einem schicken Seitenscheitel gegelt, und dazu benutzt er einen Füller einer nicht gerade preiswerten Marke, den man nicht mit Patronen befüllen kann, sondern der er zwischendurch an einem Tintenfäßchen betanken muß.
Einer der Kandidaten starrt mich die Hälfte der Zeit an, als wenn ich ihm Erleuchtung bringen könnte. Das bezweifle ich allerdings sehr, denn es geht um Revisionsrecht, und mit dem kenne ich mich nur sehr am Rande aus. Bei einem bin ich sehr versucht, ihm auf die Toilette zu folgen, nachdem er das 5. Mal dorthin verschwindet. Zumindest wäre es mal interessant gewesen, seine Reaktion zu sehen...da er aber stets nur sehr kurz dort ist, denke ich, daß diese Zeit wohl nicht ausreicht, um zu telefonieren oder sich anderweitig unerlaubter Hilfsmittel zu bedienen.
Nach 5 Stunden merke ich dann aber auch, daß der Stuhl doch nicht so richtig bequem auf Dauer ist, normalerweise sitze ich nie so lange am Stück. Aber dann ist es auch schon wieder vorbei. Es gibt den üblichen Aufruhr bei der Abgabe, und es ist die Frage zu klären, wo welche Nummer hinzuschreiben ist und wo welches der Papiere hinkommt. Aber auch diese Hürden werden gemeistert, und schließlich verlassen alle, einschließlich mir, den Klausursaal, die Examenskandidaten für ein wenig Erholung bis morgen, ich für die zweite Runde des Tages in meinem Büro...